Symbol für Mythen über AIO-Optimierung: Sherlock-Figur mit Lupe prüft Mikrofon mit Sprechblase.

Viele Entscheider glauben, AIO-Optimierung sei heiße Luft in Tüten: Die Links seien bezahlt, nur Ads-Kunden würden zitiert, außerdem klicke eh niemand mehr auf irgendeinen Link. Konsequenz: man kann sich die Website sparen und komplett auf Social-Plattformen setzen.

Wenn dir das bekannt vorkommt, lies unbedingt weiter: Dieser Artikel fühlt 8 typischen Mythen über AI-Overviews und GEO auf den Zahn und trennt sauber zwischen belegbaren Fakten und Bauchgefühl.

Du erfährst:

  • warum Quellenlinks in AI-Overviews nicht gekauft sind
  • weshalb organische Autorität heute wichtiger ist als die CTR
  • welche Rolle Zitationen für Trust, Entity-Stärke und Sichtbarkeit spielen
  • wie sich verändertes Klickverhalten wirklich auf deine Strategie auswirkt
  • und warum Website + LinkedIn + GEO im B2B-Bereich zusammengehören.

Let’s go!

Mythos 1: „Die Links in AI-Overviews werden von den Firmen bezahlt.“

Viele Unternehmen unterstellen, dass nur solche Firmen als Quellen in Googles AI-Overviews zitiert werden, die dafür bezahlen. Das ist falsch. Google dokumentiert AI-Overviews im Search-Central-Leitfaden für Websitebetreiber. Darin findet sich kein Hinweis auf bezahlte Linkplätze.

Richtig ist, dass es Anzeigen gibt, die aber deutlich als „Sponsored“ oder „Ads“ gekennzeichnet und im Umfeld der Antworten platziert werden. Auch Perplexity experimentiert mit Werbeformen. Diese erscheinen aber erkennbar als gesponserte Folgefragen neben der Antwort.

Auch richtig ist, dass Perplexity und OpenAI Lizenzdeals mit Nachrichtenplattformen oder anderen Publishern haben. Dabei geht es aber vor allem um die Wahrung der Urheberrechte der Publisher, nicht um gekaufte Link-Erwähnungen. Sprich: Es fließt Geld, aber für Nutzungsrechte/Partnerschaften, nicht für bezahlte Link-Erwähnungen in den Antworten.

Mythos 2: „Es werden doch nur die Firmen in AI-Overviews genannt, die auch Google-Ads schalten.“

Viele Unternehmen vermuten, dass man Google-Ads schalten muss, um in Googles AI-Overviews als Quelle genannt zu werden. Das ist eine Annahme, die es genauso schon im SEO-Bereich gab, und auch dort genauso haltlos war: Ein Zusammenhang zwischen Google-Ads und der Zitation in AI-Overviews lässt sich nicht belegen. Weder gibt es im Ads-Buchungssystem eine direkte Verknüpfung zur KI-Zitation, noch ist die Schaltung von Google-Ads eine Voraussetzung für die Zitation.

Der Eindruck kann entstehen, weil Firmen, die Ads schalten, oft größere Marken sind. Als solche haben sie höhere Budgets für Werbung und können parallel zu ausgewiesenen Anzeigen eine hochwertige Website-Infrastruktur mit umfangreicheren SEO-Maßnahmen betreiben. Damit haben sie die besten organischen Voraussetzungen als Quelle herangezogen zu werden. Sie tauchen gleichzeitig in Werbung und organischen Treffern auf, weil sie sich in beiden Feldern erfolgreich engagieren – nicht, weil es einen Zusammenhang in der Plattformlogik gibt.

Google schreibt in seiner offiziellen Dokumentation für Entwickler: „AI Overviews and AI Mode may use a “query fan-out” technique […] issuing multiple related searches across subtopics and data sources – to develop a response.“ Also: Die zitierten Quellen werden anhand vielfältiger vorhandener Datenquellen ausgewählt, nicht nach Werbeschaltung.

Analysen zeigen, dass vor allem solche Seiten bevorzugt zitiert werden, die thematische Autorität und Relevanz (Passung) für die User besitzen und zudem durch strukturierte Daten ausgezeichnet sind. Häufig – in etwa 70 % der Fälle – ziehen die AI-Overviews ihre Informationen aus den ersten zehn Top-Ergebnissen (Seite1) des klassischen Google-Rankings (Quelle: SurferSEO).

Es gibt einen engen Zusammenhang zwischen Google-Ranking und Zitation. Es gibt keinen nachweisbaren Zusammenhang zwischen Google-Ads und Zitation.

Mythos 3: „Die Leute klicken eh nicht mehr, weil sie ihre Antwort schon erhalten haben.“

Diese Aussage dramatisiert, enthält aber einen wahren Kern: viele Nutzer:innen lesen die AI-Overviews und erhalten dort die gesuchte Information. Sie klicken nicht mehr weiter. Daraus aber abzuleiten, dass Sichtbarkeit als Quelle nutzlos ist, führt in die Irre. Sinnvoll ist, den Klickverlust als Warnung zu betrachten, sich digital breiter aufzustellen.

Richtig ist: Patchwork-Sichtbarkeit auf verschiedenen Plattformen reicht in der Ära von KI-Antwortsystemen nicht mehr aus, um organisch Kundschaft per Klick zu gewinnen. Die Kanäle fragmentieren. Nutzer:innen interagieren anders mit den verschiedenen Interfaces. Die klassische Klickökonomie bricht in Teilen weg. Sie muss durch individuelle, neue Strategien ergänzt werden. Es braucht eine stabile Themenarchitektur, die plattformübergreifend übereinstimmende Botschaften aussendet.

Richtig ist auch: Sichtbarkeit in Suchsystemen bleibt die Grundvoraussetzung für Relevanz, Vertrauen und Wahrnehmung in generativen Ökosystemen wie AIO, ChatGPT, Perplexity, etc.: Ohne Sichtbarkeit kein Training, ohne Training keine Zitation, ohne Zitation kein Traffic, ohne Traffic kein Trust, ohne Trust kein Klick. Repeat!

Erfolg im Online-Marketing hängt vom systemischen Verständnis der Themenarchitektur über alle bespielten Kanäle ab. Entity-Netzwerke und semantische Kontexte treten neben Rankings oder Social-Feeds. Deswegen muss das veränderte Klickverhalten auf den AI-Interfaces durch eine kohärente Marken-Präsenz auf unterschiedlichen Kanälen abgefangen werden, sodass User:innen überall dieselbe Botschaft empfangen und schließlich Kund:innen werden.

Mythos 4: „Es bringt nichts, zitiert zu werden, weil die Links nicht geklickt werden.“

Diese Annahme beobachtet eine messbare Tatsache – Klickzahlen aus generativen Ergebnissen sind niedrig, weil Nutzer:innen Inhalte direkt in der Antwort konsumieren. Die Schlussfolgerung, dass die Optimierung auf AI-Overviews sinnlos ist, ist aber falsch. Klicks sind nicht das einzige Ziel von Zitationen aus AI-Overviews. Quellen-Links liefern zwar weniger Klicks, bauen aber mehr Vertrauen auf sowie Relevanz und langfristige algorithmische Sichtbarkeit.

Konkret steigert die Zitation in AI-Overviews Trust & Autorität:

  • Jede Nennung in generativen Antwortsystemen stärkt Marken- und Quellautorität.
  • Modelle nutzen Zitationshäufigkeit als implizites Vertrauenssignal (ähnlich E-E-A-T).

Entity-Verstärkung & Trainingseffekt: Wer häufiger zitiert wird, gibt als vertrauenswürdig

  • Generative Systeme verknüpfen Quellen mit Entitäten. Entitäten sind z. B. Personen, Marken oder Themen.
  • Häufige Zitation erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass eine Entität in zukünftigen Antworten auftaucht.
  • Ein Rückkoppelungsmechanismus, der langfristig die „data reputation“ einer Marke stärkt.

Mythos 5: „Die Regeln ändern sich im nächsten Jahr wieder und dann war alles umsonst.“

Weil sich Regeln im digitalen Kosmos ständig ändern, ist der erste Teil der Aussage wahr, aber die Schlussfolgerung zu kurz gesprungen. Wie bei allen digitalen Produkten, führen Updates & Co zu Veränderungen. Das ist schon in der klassischen SEO so gewesen und setzt sich bei der KI-Suche fort. Jedes Mal, wenn Google ein Core-Update ausgerollt hat, veränderte sich die Sichtbarkeit einzelner Seiten zum Teil dramatisch. War das ärgerlich? Ja. Hat man deswegen auf SEO verzichtet? Nein!

Es ist eine Binsenweisheit, dass sich Regeln verändern.

Daraus aber zu folgern, dass dann alles umsonst war, was bisher erreicht wurde, ist falsch. Wer in AIO-Optimierung/GEO investiert, erzielt damit mittel- und langfristig Wirkung.

Wird es Regeländerungen geben?

Ja.

Werden dadurch bisher gut rankende oder gut sichtbare Seiten wertlos?

Nein.

Wer eine Seite betreibt, die jetzt schon auf Seite 1 rankt, hat gute Chancen, auch zukünftig als Quelle zitiert zu werden. Der zusätzliche Optimierungsaufwand für hervorragend rankende Seiten, hält sich in Grenzen. Wer aber jetzt noch auf Seite 4 ff rangiert, hat viel Arbeit vor sich. Die Mühe lohnt sich aber, weil eine rankende Website immer auch gut für die Nutzer:innen aufbereitet ist.

Fazit:

Die Rahmenbedingungen verändern sich. Aber gute Inhalte, die im Interesse der Nutzer:innen kuratiert wurden, werden dadurch nicht über Nacht wertlos.

Mythos 6: „Es bringt nichts, zu optimieren, weil die Maschine ihre Quellen nach unklaren Regeln auswählt.“

Die Aussage ist nur teilweise richtig. Tatsächlich wirken die Ranking- und Zitationslogiken von außen wie eine Black-Box, weil die Auswahlmechanismen generativer Such- und Antwortsysteme wie Google AIOs, Perplexity, ChatGPT-Search nicht vollständig öffentlich dokumentiert sind. Zudem arbeiten die Modelle probabilistisch, nicht deterministisch. Das bedeutet, dass sie nach Wahrscheinlichkeiten vorgehen und damit bei gleicher Eingabe zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Das verstärkt den Eindruck der „Beliebigkeit“.

Es ist aber falsch, dass die Systeme ihre Quellen „chaotisch“ auswählen. Die Auswahl folgt identifizierbaren Prinzipien wie thematischer Relevanz (Kontextpassung), Verlässlichkeit des Publishers, klare Entitätssignale, Quellenqualität und technische Indexierbarkeit.

Damit beeinflusst die Optimierung messbar, ob Inhalte zitiert, verstanden und wiederverwendet werden.

Wer die Flinte ins Korn wirft, resigniert vor der komplexen Aufgabe. Objektiv gibt es keinen Grund, auf AIO-Optimierung zu verzichten. Faktisch verlieren jene Unternehmen mit Sicherheit an organischer Sichtbarkeit, die auf AIO-Optimierung verzichten.

Mythos 7: „Das ist doch nur eine Möglichkeit, an Kunden zu kommen. Wir bevorzugen den persönlichen Kontakt.“

Die Aussage enthält einen richtigen Kern, ist aber strategisch bedenklich, wenn sie als Grundsatz verstanden wird.

Richtig ist, dass der persönliche Kontakt in vielen Branchen ein entscheidender Hebel für Vertrauen, Abschlussquote und langfristige Kundenbindung bleibt. Das gilt insbesondere für den B2B-Bereich, Beratung, Engineering, Private Banking, Handwerk oder Gesundheitswesen.

Vertrauen entsteht im persönlichen Kontakt. Erfolgsfaktoren im B2B-Bereich sind nach wie vor:

  • Gespräche
  • Referenzen
  • Reputation
  • Beziehungspflege

Denn Menschen kaufen von Menschen besonders bei

  • hohen Budgets
  • langen Entscheidungszyklen
  • komplexen Produkten
  • hoher Risikoabwägung

Falsch ist aber, dass digitale Sichtbarkeit und GEO-basierte Auffindbarkeit „eine Option unter vielen“ sind. Sie stellen mittlerweile eine wichtige Voraussetzung dar, damit persönlicher Kontakt überhaupt erst entstehen kann.

Der entscheidende Denkfehler ist, dass der digitale Erstkontakt den persönlichen Kontakt ersetzen soll. Das ist natürlich gar nicht die Absicht der Optimierung für die Sichtbarkeit in generativen Antwortsystemen. Der digitale Erstkontakt hat die Rolle eines vorgelagerten Türöffners für den weiteren persönlichen Kontakt.

Daten aus Vertrieb & Marketing zeigen, dass der erste Kontakt meistens digital ist, der erste Termin aber persönlich.

In einem zeitlichen Ablauf könnte das so aussehen:

  1. Lead-Gewinnung: digital
  2. Vertrauensbildung: hybrid
  3. Entscheidung: persönlich

Es ist kein „oder“, sondern ein Sequenzmodell.

Mythos 8: „Man braucht eh keine Homepage mehr. LinkedIn ist der richtige Ort, sich zu präsentieren.“

Die Aussage ist in Teilen nachvollziehbar, insgesamt aber irreführend und riskant.

Richtig ist, dass LinkedIn im Marketing-Mix eine wichtige Rolle als Netzwerk- und ergänzender Sichtbarkeitskanal übernehmen kann. Das gilt besonders im B2B- und im Karrierebereich. Für viele Fach- und Führungskräfte ist LinkedIn eine wichtige Plattform für Networking, Akquise und Personalgewinnung. LinkedIn-Profile fungieren als sozialer Vertrauensanker für dokumentierte Expertise und wertschöpfende Fachkompetenz. So schafft LinkedIn ergänzende Sichtbarkeit zur traditionellen Website. Nicht jede Zielgruppe oder Branche nutzt LinkedIn in gleicher Weise – eine Homepage kann universeller zugänglich sein.

Falsch ist aber, dass LinkedIn eine eigene Homepage überflüssig macht. Eine eigene Domain bietet publizistische Kontrolle über Umfang und Darstellung der Inhalte, Konsistenz des Markenauftritts, Freiheit in der Wahl eingesetzter Medien und die Auffindbarkeit über Suchsysteme, die LinkedIn allein nicht leisten kann. Domain und Website sind die Assets der Firmeninhaber. Plattformen wie LinkedIn bleiben immer Drittanbieter.

Porträt: Nina le Viseur – Inhaberin Story Hacker, Beratung für datengetriebene Kommunikation (Langenfeld, NRW)

Nina le Viseur

Data Literacy &Kommunikationsexpertin

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  • Telefonhörer-Symbol
  • LinkedIn-Logo

Du hast den Artikel bis hier gelesen. Also weißt du schon: Der richtige Zeitpunkt ist jetzt und nicht erst, wenn alle optimieren.

Sicher ist: Sichtbarkeit in AIO ist kein Trend, den man aussitzen kann. Es ist der nächste knallharte Wettbewerbsvorteil.
Wenn du willst, dass deine Marke dort auftaucht, wo Entscheidungen entstehen, dann lass uns loslegen.

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